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Das tägliche Essen wird in der Altenpflegefamilie seit über 35 Jahren selber in der eigenen Küche gekocht. Ausgewogen, schmackhaft und gehaltvoll. Dies gelingt nur durch eine Mischkalkulation. Der von den Kostenträgern begrenzte Tagessatz reicht bei weitem nicht aus.

Minister Schmidt will Schul- Kitaessen mit Qualitätsstandart

Junge Menschen, Kinder in Kitas, Schulen, wie alte Menschen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern haben eigentlich ähnliche Bedürfnisse. Alle müssen Nahrung zu sich nehmen. Immerhin kochen viele Schulen und Kitas, Altenheime und Krankenhäuser ihr Essen selber und achten dabei auf ein ausgewogenes Nahrungsangebot. Unter dem allgemeinen Preiskampf, gibt es dann immer wieder große Caterer, die für sehr wenig Geld Essen für Schulen, Kitas und vor allem auch Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser bereitstellen. Nicht immer werden dabei die doch sehr wichtigen Grundsätze einer guten Ernährung beachtet. Daher ist die Absicht von Minister Schmidt als sehr positiv zu bewerten. Qualität hat ihren Preiss und es kann nicht angehen, dass durch allerlei Kochkünste mit bedenklichen Zusatzstoffen und einer Vielzahl von doch mehr oder weniger schlechten Konvenienz, ein äußerlich perfektes Essen auf den Tisch gebracht wird. Geschmacklich merkt es irgendwann jeder Nutzer, das Essen riecht und schmeckt gleich.

Es geht auch anders, dass beweisen immer mehr Anbieter. Alles hat seine Grenzen. Nahrung, die in der Nacht hergestellt wird, mehr oder weniger stundenlang gewärmt und in Containern her-umgefahren wird, kann um 12:00 Uhr nicht mehr so gehaltvoll an Nähr- und Geschmackstoffen sein, als zeitnah hergestellte Nahrung. Aber wer gibt eigentlich solche Möglichkeiten vor? So ganz kann es doch dann nicht nur alleine der sogenannte „Markt“ liegen.

Für die in der Altenhilfe bereitgestellten Lebensmittel zeichnet die zuständige Pflegekasse eindeutige Verfahrensweisen vor. Selbst in Deutschland gibt es da schon erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern. Liegt der tägliche Verpflegungssatz in Nordrhein-Westfalen deutlich über 10,00 € am Tage, in Brandenburg liegt dieser um die 4,00 € und in Mecklenburg- Vorpommern sogar nur noch bei 3,00 €.  Wer kann eine tägliche Verpflegung (alle Mahlzeiten im Tagesverlauf) im Altenheim für 4,00 € sicherstellen? Das geht dann schon, aber nur mit Qualitätsabweichungen! Dies führte dazu, dass in den letzten Jahren immer mehr Altenhilfeeinrichtungen das eigene, richtige Kochen einstellten. Es ist einfach nicht anders möglich! Wenn also Herr Schmidt sich nun für das gute Essen unserer Kinder einsetzt, dann sollte aber auch im Gegenzug etwas für die älteren Menschen, die in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder ähnlichen Einrichtungen leben, getan werden. In Deutschland wird so viel Geld ausgegeben. Wo bleiben unsere Kinder und alten Menschen?

„Bundesernährungsminister Christian Schmidt (CSU) will die Qualität von Kita- und Schulessen mit einem TÜV für die liefernden Unternehmen erhöhen. Das Ziel sei „ein Caterer-TÜV und verbindliche Vorgaben für die, die das Essen für unsere Kinder auf den Tisch bringen“, sagte Schmidt der „Rheinischen Post“. Immer mehr Kinder würden mittags in der Schule oder Kita essen, sagte der Minister zur Begründung. Deshalb habe er bereits das „Nationale Qualitätszentrum für Ernährung in Kita und Schulen“ geschaffen“. (Aus Frankfurter Allgemeine 05.01.2017)

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