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Hunden mit Freundschaft begegnen.
Hunde leisten einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität

In den letzten Jahren wurden Studien zu Mensch- Tier- Beziehungen überwiegend mit alten Menschen durchgeführt. Man hat erkannt, dass angesichts der zunehmenden Vereinsamung in der Gesellschaft neue Methoden einer echten Beziehungsentwicklung gefunden werden müssen. Tiere können hier einen wertvollen Beitrag für die Gesundheit und Lebensqualität leisten. Sie bieten nicht nur Zuneigung und Begleitung, sondern können auch Menschen motivieren. Um die Bedeutung von Tieren für uns Menschen zu erklären, ist es wichtig, die soziale Rolle des Einzelnen in der Gesellschaft und deren Konsequenzen näher zu beleuchten. Tiere entfalten dann ihre psychologische Wirksamkeit, wenn ihnen der Mensch mit Freundschaft begegnet.

In der Altenpflegefamilie nutzen wir die betreuerische Möglichkeit mit Tieren eigentlich schon immer. In den letzten 15 Jahren jedoch mit vertiefter Aufmerksamkeit und Verlagerung auf die Haltung von Hunden. Fische im Aquarium waren wunderbar anzuschauen und hatten dazu eine beruhigende Wirkung. Vögel, Goldhamster oder Kaninchen lebten hier und da doch nur kurz und die entstandenen Bindungen waren dann einfach so weg. Schildkröten oder Reptilien lebten indessen in ihrer eigenen Welt und hatten bis auf die artgerechte Haltung nur wenige Kommunikationsmöglichkeiten mit uns Menschen. Anders verhielt es sich mit unseren Katzen und besonders mit der Haltung von Hunden. „So kamen wir dann auf den Hund“.

Auch wenn wir als Ehepaar für unsere Hunde in erster Linie als Bezugspersonen gelten, gehen die Hunde in besondere Weise auf Gäste und Mitbewohner unserer Altenpflegefamilie zu. Heute schätzen wir diese Interaktionen und setzen diese in besonderer Weise ein. Wenn aber keine freundschaftliche Beziehung entstehen kann, sind uns diese Möglichkeiten verbaut. In solchen Fällen entstehen keine psychologischen Wirkungen zwischen Mensch und Tier. In den überwiegenden Fällen haben wir doch Erfolge und setzen unsere Hunde inzwischen als Therapiehunde ein.

Wir können nicht behaupten, dass wir unsere Hunde speziell ausbilden ließen. Timmi war als erster Yorkshire- Rüde im Stande auf neue Menschen in ausgeprägter Weise zuzugehen. Jeder neue Mensch in unserer Altenpflegefamilie wurde von ihm mit seinem Spielzeug begrüßt. Er stand mit seinem Quietsche- Bällchen vor einem und warf dieses vor die Füße. Wenn sein Gegenüber dies nicht sofort verstand, steigerte er eindeutig sein Verhalten mehr und mehr. Er gab eigentlich nicht auf. Auf diese Art hat er sogar schon Personen aus dem Rollstuhl geholt. Timmi nahm aber auch zu Kenntnis wenn sein menschliches Gegenüber ihn ablehnte. Dann verschwand er mit seinem Bällchen und bewachte dieses unter dem Tisch; lauerte aber auf die nächste Möglichkeit sich wieder in Erinnerung zu bringen..

Treue Hunde Yorkshire Terrier
Gina hat 16 Welpen auf die Welt gebracht

Auf ganz natürliche Weise zeigte uns Timmi etwas Wunderbares. Er lernte uns spielerisch seine Möglichkeiten auszubauen. Inzwischen werden unsere Hunde nach den in der Altenpflegefamilie gemachten Erfahrungen von uns selber ausgebildet. Dies gelingt mit großem Erfolg. Wir haben dabei gelernt auf folgende Dinge zu achten.

  1. Unterschiede gibt es zwischen den Geschlechtern der Tiere und den dazugehörigen Beziehungen Mann/ Frau.
  2. Kastrierte Hunde sind nicht im vollen Umfang als Therapiehunde einzusetzen.
  3. Beste Erfahrungen haben wir mit den in unserer Altenpflegefamilie gezüchteten und aufgewachsenen Tieren.
  4. Die Tiere benötigen ihre eigenständigen Rückzugsorte.
  5. Bei aller Zuneigung und Vermenschlichung ist die tiergerechte Ernährung und Haltung oberstes Gebot. Essen vom Tisch der Menschen ist tabu.
  6. Ausruhen, Spielen und Schlafen im Bett von einem Menschen ist möglich.
  7.  Zur Erhaltung der Lebensfreude und allgemeinen Gesundheit werden unsere Tiere von einem Tierarzt mitbetreut.
  8. Gewalt seitens eines Menschen gegen unsere Tiere ist nicht erlaubt und wird schon im Ansatz vermieden.
  9. Nicht bei allen Krankheits- und Abbauprozessen können unsere Hunde ihren Beitrag leisten. Der Hund entscheidet selbst ob er will oder nicht.
  10. Wir setzen bewusst die kleine Hunderasse Yorkshire Terrier als Therapiehunde ein.
Timmit war der erste Therapiehund auf dem MartinsHof.
Mit seinen 10 Jahren ist Timmi trotz mehrfacher Behinderungen immer noch ein vitaler Hund.

Inzwischen leben auf dem MartinsHof in Grabow ein kleines Rudel von 4  Yorkshire Terrier. Die besten Erfahrungen haben wir mit unseren Hunden auf dem MartinsHof. Dort bewegen sich die Tiere zusammen mit Gästen und Bewohnern auf einem Gelände von über 10.000 m² völlig frei und ungezwungen. Bei den Spaziergängen durch den Kleinpark auf dem MartinsHof hat jeder seinen eigenen Begleiter. Es ist nicht immer auszumachen wer wen durch den Garten führt. Timmi ist immer noch der Chef von seinem Rudel. Gina ist eine gemütliche Hundemutter und ist in ihrem Rudel hoch anerkannt. Für uns ist es einfacher mit dieser kleinen Hunderasse zu arbeiten.

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